Autor Michael Wildenhain in der ESN

Anlässlich des bundesweiten Vorlesetags am 17.11.2017 kam der renommierte Berliner Autor Michael Wildenhain auf Einladung des Wahlpflichtkurses Literatur des 10. Jahrgangs in die ESN. Er las aus seinem Jugendbuch “Mit heißem Herz”, gewährte Einblick in die Arbeit eines Autors und gab Auskunft über seinen Werdegang als Schriftsteller.

40 Schülerinnen und Schülern der ESN aus der 10. Klasse und den Leistungskursen Deutsch der 12. Jahrgangsstufe verfolgten die vom Förderverein der ESN ermöglichte Veranstaltung mit großem Interesse. Als Zugabe präsentierte Wildenhain am Ende der Lesung Auszüge aus seinem 2015 veröffentlichten Buch “Das Lächeln der Alligatoren”, das für den Preis der Leipziger Buchmesse 2015 nominiert war.

Gerhard Hanloser

Gedenkfeier für die NS-Zwangsarbeiter 2017

„Im traurigen Monat November war’s“, da versammelten sich wieder die Vertreter der Berliner Kirchengemeinden auf den Friedhöfen an der Hermannstr., um an die beschämende Geschichte des Zwangsarbeiterlagers der Evangelischen Kirche zu erinnern, die dort im 2. Weltkrieg überwiegend junge Kriegsgefangene unter erbärmlichen Verhältnissen zur Friedhofsarbeit zwangen. Unter der Leitung von Frau Superintendentin Ulrike Trautwein gestaltete der Verein zur Erhaltung der Gedenkstätte zusammen mit dem Leistungskurs Religion der ESN von Frau Naasner eine eindringliche Feierstunde, an der auch der Senator für Kultur und Europa, Klaus Lederer, teilnahm und in einer kenntnisreichen Rede die wichtige Rolle der Gedenkstättenarbeit betonte und die Arbeit der Schülerinnen und Schüler der ESN hervorhob. Gerade angesichts der zunehmenden Relativierung der deutschen Schuld am 2. Weltkrieg durch die jetzt auch im Parlament vertretenen rechten Parteien sei es dringend notwendig, die Kenntnisse über die Verbrechen im 2. Weltkrieg weiterzugeben.

Unsere Schülerinnen und Schüler zeigten in einer Lesung aus Texten von Tätern und Opfern die Skrupellosigkeit der ersteren und die jammervollen Erfahrungen der Häftlinge. In kleinen Dialogen stellten sie die Ausweglosigkeit der Situation im Lager bei Hunger, Kälte, Heimweh und Brutalität der Wärter nach.

Frau Trautwein betonte die Unfassbarkeit, wie Menschen den Anderen zu quälen bereit sein können, wie Christen die Botschaft der Bibel vergäßen,  und verlangte die Orientierung am Gleichnis aus dem Matthäus-Evangelium, in dem Jesus verlangt, den Frierenden zu kleiden, den Hungernden zu speisen, den Kranken zu besuchen und den Flüchtling aufzunehmen. Eine aktuelle Forderung, die den vielen Teilnehmern aus der Seele sprach. Als Symbol ihrer Verbundenheit steckten sie weiße Rosen in den Bauzaun, hinter dem derzeit die Reste des Lagers von Studenten der Universität Potsdam ausgegraben werden.

Ein Besuch der Ausstellung im Pavillon des Thomas-Friedhofs (U-Bhf Leine-Str.) ist sehr zu empfehlen.

Lore Nareyek

Resist Populists – du bist gefragt!

Unter diesem Motto hatte die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste zum 79. Jahrestag der Reichspogromnacht am 9.November Jugendliche aus vielen Nationen zu einem Treffen in die Martin Luther-Gemeinde eingeladen. Auch die 10. Klassen duften dabei sein. Wir wurden nett empfangen und nach einem kleinen Imbiss gab es eine Ausstellungseröffnung, in der es um Juden aus verschiedenen europäischen Ländern ging, die die Zeit des Nationalsozialismus erlebt bzw. überlebt haben – passend zu unserer Projektwoche zum gleichen Thema.

Der Höhepunkt des Nachmittags war jedoch der Bericht von Salomon Parente, einem griechischen Juden, der seine Familiengeschichte erzählte. Das war wirklich interessant und hat uns sehr berührt. Vielleicht auch, weil wir uns mit ihm hinterher noch ausführlich unterhalten haben, da Pana ja übersetzen konnte.

Antonia Schönbach. Panagiotos Tsangarakis, Klasse 10b

Renovierungsaktion im JüL-Gebäude

Am 13. Und 14. Oktober fand eine Renovierungsaktion im JüL-Gebäude statt. Die Flure im ersten und zweiten Stock, die nach einer achtjährigen intensiven Nutzung nicht mehr ansehnlich waren, erhielten einen neuen hellen Anstrich.

Dank des großen Arbeitseinsatzes zahlreicher überaus engagierter Eltern, ohne die die gesamte Renovierung nicht möglich gewesen wäre, konnten neben den Fluren auch noch zwei Toiletten einen neuen Farbanstrich erhalten.

Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten für die tatkräftige Unterstützung bei der Instandhaltung und Verschönerung der JüL-Flure. Die Zusammenarbeit war großartig!

Text: Petra Maciejewski

Projektwoche „Soziales Lernen“ in der Juniorstufe

Wo Menschen auf engem Raum zusammen leben und zusammen lernen, da entstehen selbstverständlich Konflikte – ob zu Hause, in der Schule, im Sportverein oder in Parks und auf Spielplätzen, überall.

Motiviert durch die Erfahrungen in einem Erasmus-Workshop in Irland im Sommer 2017 wurde die Methode des Forumtheaters nach dem brasilianischen Theatermacher Augusto Boal angewendet, um eben solche Konflikte zu bearbeiten.

In der Projektwoche der Klasse 5b haben die Schülerinnen und Schüler Situationen zusammengetragen, einander erzählt und ausgewählt, die sie in kurzen, improvisierten Theaterstücken dargestellt haben.

Der Fokus lag auf Ungerechtigkeiten, die einem Menschen widerfahren können. Es gab eine Szene auf dem Spielplatz, in der einem Jungen ein unattraktives Angebot gemacht wird, seinen neuen Fußball gegen einen alten Basketball auszutauschen. Eine andere Situation spielte auf dem Fußballplatz. Hier sollte ein Kind ausgeschlossen werden, weil er eindeutig besser Tore schießen konnte als die beiden anderen Kinder. In einem Kindergarten wurde einem Kind, das unabsichtlich ein anderes Kind verletzt hatte, verweigert, den Fehler wieder gut zu machen. Schließlich sahen wir eine dramatische Szene, in der ein Schüler immer wieder von zwei Kindern geärgert wurde.

Der Höhepunkt der Woche bestand am Freitag darin, sich gegenseitig die Stücke vorzuführen. Die Zuschauer nahmen hier eine ganz besondere Rolle ein. Sie konnten, nachdem sie sich mit der Situation vertraut gemacht hatten, nach der Methode des Forumtheaters in den Verlauf der Situation eingreifen und die Verhaltensweisen des Protagonisten, also dessen, der der Leidtragende der Situation war, eingreifen, um die Lage zu verbessern.

Davon machten die sogenannten spect-actors redlich Gebrauch und erstaunten die Spielleiter mit ihren vielseitigen, konstruktiven und witzigen Lösungsideen.

Ziel ist es, diese Arbeit im Lauf der nächsten Schuljahre auszubauen, um die Schülerinnen und Schüler in die Lage zu versetzen, sich in schwierigen Situationen nicht hilflos zu fühlen, sondern den Mut zu haben, durch das eigene Verhalten Lösungen herbeizuführen.

Anna van der Linden und Anke Travers

Kursfahrt nach Wien September 2017

In diesem Jahr unternahm der Ensemblekurs des 12. Jahrgangs zusammen mit Herrn Bohuszewicz und der Leitung von Frau Gnaudschun und eine Musikfahrt nach Wien. Wir erlebten ein buntes musik-historisches Programm: besichtigten den Stephansdom, eine Beethovenwohnung, das Schloss Schönbrunn, die Wiener Hofreitschule und die herrliche Innenstadt. Anhand von selbst vorbereiteten Referaten haben alle TeilnehmerInnen sehr viel über Wien gelernt.

Wien hat sehr viel Museen, Galerien und authentische Orte vieler berühmter Persönlichkeiten. Ich glaube, die meisten Schüler und Schülerinnnen waren auch durch das Konzert im Wiener Konzerthaus inspiriert und motiviert, was die eigene musikalische Leistung im neuen Schuljahr anbetrifft. Ein guter Beginn für ein musikalisches Schuljahr!

C. Gnaudschun